JOY, BEAUTY AND CLEVER

Achtung!!


Wir sind umgezogen!!


Ihr erreicht uns über folgenden Link:


www.jbac.de

 

"TINI" (Fotini)

 

 

"Tini “ unsere kleine griechische Mischlingsh�ndin geb.: Juli 2003

 

Tini wurde auf Aegina in einen Pinienwald geboren, weitab von Menschen. Ihre Mutter wurde von Dorfbewohnern bei der Futtersuche f�r ihre vier Welpenbeobachtet. Die Tiersch�tzerin Renate Athanasiou wurde verst�ndigt. Sie begab sich auf die Suche nach Mutter und Welpen. Die kleine Familie wurde gefunden, aber n�her als hundert Meter kam man nicht an sie ran. Die scheue Mutter warnte ihre Welpen vor der Gefahr Mensch, sie lernten von ihr, den Menschen unbedingt zu meiden. Diese Tatsache machte das Einfangen von Mutter und Welpen schwierig. Renate versuchte es mit Bet�ubungsmittel in ausgelegtem Futter. Zun�chst lie� die Mutterh�ndin ihre Welpen nicht an das Futter. Es dauerte einige Zeit bis der Hunger gr��er als die Angst war. Zwei der Welpen fra�en von dem Futter, eine von ihnen war Tini. Nun, da die Welpen bet�ubt waren, konnten sie eingefangen werden und wurden ins Tierheim ( Animal Respect ) gebracht. Tini und ihre Schwester, Myrto, waren zu der Zeit ca. vier Monate alt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie keinen Kontakt zu Menschen. Die beiden hatten mit gro�er Sicherheit noch nie einen Menschen gesehen. Sie waren wild geboren und haben wild gelebt, bis sie in ihrer kleinen Welt eingefangen wurden. Die Hunde sollten kastriert werden, um einem unkontrollierten Vermehren vorzubeugen. Vermitteln oder gar nach einer Kastration wieder ausgesetzt werden, war unm�glich. Die beiden H�ndinnen waren wild, in keinster Weise auf den Menschen gepr�gt und konnten nicht in eine Familie vermittelt werden, ohne dass zuvor intensiv mit ihnen gearbeitet wird. Manuela Tillack-L�bke ( Animal Respect Deutschland ) fragte mich, ob ich einen von den inzwischen Junghunden zu mir nehme, um mit ihm zu arbeiten und ihn dann ggf. vermitteln zu k�nnen. Tini und Myrto waren nun fast acht Monate alt und hatten jetzt zwar Menschen kennen gelernt, aber Angst wurde immer noch gro� geschrieben. Wie auch sollte es sein; F�tterung, �rztliche Versorgung und Reinigen der Zwinger hatten sie kennen gelernt. Bis auf die Tatsache, dass ihnen jemand Futter brachte, konnten sie nichts an diesen Angst machenden, seltsamen Wesen finden. Es ist eine gro�e Aufgabe f�r die Tiersch�tzer, diesem Ansturm auf ihre Einrichtungen stand zu halten. Sicherlich w�rde jeder von ihnen gerne mehr Zeit mit jedem einzelnen Hund verbringen, aber genau da fehlt es an Zeit und Geld. Um ein bisschen zu helfen, auch um den Versuch zu machen, ob es zu schaffen ist, einen wild geborenen Hund, nun im Alter von acht Monaten noch zu sozialisieren. Habe ich mich entschlossen, Tini hier in Berlin Ende M�rz 2004 zu uns zunehmen. Viele Gedanken gingen mir durch dem Kopf, wie z.B.: kriege ich das noch hin (Tini ein Familienhund?), wie viel Zeit werden ich brauchen? Und solche Sachen, wie: wie sieht sie aus, was wird unser Rudel sagen, wie �bersteht sie die lange Reise? Am Flughafen Sch�nefeld angekommen, holte meine Tochter, Jenny, Tini mit Manuela ab und lie�en sie in der Flugbox, bis sie bei mir ankamen. Sie hatte den Flug gut �berstanden und wollte erst gar nicht aus ihrer H�hle. Sie hatte Angst, aber zeigte keinerlei Aggressionen. Eigentlich war sie wie gel�hmt und r�hrte sich nicht. Sie hat den Eindruck gemacht, als w�rde sie sich tot stellen, damit sie nicht bemerkt wird. Unsere Hunde zeigten mehr Interesse an der Box als an Tini. Sie wurde nicht von ihnen bedr�ngt, bei unserem Rudel ging ihre Tot-stell-Taktik also auf. Wir lie�en sie erst einmal in Ruhe. Sie verkroch sich und r�hrte sich die ganze Nacht nicht von der Stelle. Erst konnte man glauben, da sie ja so friedlich da lag, ach, so schlimm ist es ja gar nicht. Wir wurden eines besseren Belehrt.

Oh ja, gelernt habe ich eine Menge von Tini.

Zuerst habe ich mit Tini allein gearbeitet, dann holte ich unser Rudel zu Hilfe. Nach anf�nglichen �berlegungen, ob das noch junge Rudel, vielleicht zuviel Dynamik und Action mit sich bringt, habe ich mich doch daf�r entschieden. Diese Entscheidung erwies sich, in Tinis Fall, mehr als richtig. Sie fand sich sehr gut im Rudel zurecht, auch Zurechtweisungen nahm sie gelassen hin. Die Hundesprache war die, die sie verstand. Ich glaube, sie f�hlte sich ein bisschen zu Hause. Das war ein gro�er Vorteil f�r mich, denn unsere Hunde finden Menschen super. Besonders der R�de, der unser Rudel anf�hrt, hat gro�en Eindruck auf Tini gemacht. Er wurde eine Art Vorbild f�r sie. Was mich einen Schritt weiter brachte, denn Hutch ( so hei�t der R�de ) ist v�llig angstfrei und hat eine sehr enge Bindung zu mir. Tini beobachtete das Rudel und besonders Hutch und lernte. Sie lernte also auch viel durch Abgucken. Der Clicker, war bei der Arbeit mit Tini sehr hilfreich, denn sie konnte Lob vom Menschen nicht einordnen, er machte ihr Angst. Um alle winzig kleinen Erfolge zu dokumentieren, m�sste ich wohl ein Buch dar�ber schreiben. Es gab auch R�ckschlage, aber Geduld zahlt sich eben doch aus, denn was aus Tini geworden ist, kann man kaum glauben. Selbst ich, die es doch jeden Tag sieht, staune immer wieder.

 

 

So l�sst es sich leben!!

 

 

Im Januar 2005 schrieb ich Renate Athanasiou in einem Brief:

Liebe Frau Athanasiou,

herzlichen Dank f�r Ihre Karte!

Gerne schreibe ich ein wenig von Fotini ( bei uns kurz Tini ). Obwohl, ein wenig ist bei Tini nicht m�glich. Denn sie ist mein kleiner Wunderhund!

Als ich mich entschloss, sie bei uns zu sozialisieren, damit sie vermittelbar wird, habe ich mich schon auf einen scheuen Hund vorbereitet. Aber was dann f�r eine Aufgabe auf mich zukam, war viel mehr. Ich glaube, sie hat uns alle f�r Au�erirdische gehalten. Sie war eben wild geboren und die wichtigen Pr�gewochen waren auch lange vorbei. Tini bestand nur aus Angst, schon der Anblick von Menschen war so anstrengend f�r sie,dass sie mehrere Stunden brauchte um sich davon zu erholen. Die ersten Tage wusste ich gar nicht, wie hoch sie war, weil sie die ganze Zeit nur flach auf dem Bauch lag und sich nicht r�hrte. Augenkontakt l�ste Panik aus und ich hatte schon bedenken, das Richtige gemacht zu haben. Aber ich wusste es gibt einen Weg! Auf unseren Gel�nde, das weit �ber 15.000 qm gro� ist, hatten wir optimale Bedingungen. Ich arbeitete jeden Tag mit ihr, am Anfang nur 15-20 min. t�glich. Mit ihr ins Freie zu gehen war ein Abenteuer. Sie musste mit zwei Leinen (Halsband und Geschirr ) gesichert sein, damit sie nicht auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Es durfte mir unter keinen Umst�nden ein Fehler unterlaufen. Alles musste ganz behutsam vor sich gehen. Sie fing an, ein paar Schritte zu gehen, und nach einigen Tagen hat sie sich sogar drau�en gel�st und war von dem Tag an stubenrein. Es hat viel Geduld gekostet, bis sie sich traute, meine Beschwichtigungssignale zu erwiedern.

Aber der Tag kam, an dem Tini mich ansah. Nicht nur, mich nicht aus den Augen lie�, um immer fluchtbereit zu sein. Sondern sie schaute mich an; Wir schauten uns an. Am Anfang nur kurz, heute flirtet sie mit mir.

Es ist unglaublich, was aus Tini geworden ist. Ich konnte sie einfach nicht mehr hergeben, sie vertraut mir. Wir sind als Team zusammen gewachsen. Wenn sie nur sehen k�nnten, wie super genial sie sich entwickelt hat. Sie orientiert sich sehr an meinen R�den, Hutch, Er ist ihr Idol. Sie hat sich den St�rksten aus unseren Rudel ausgesucht, schlaues M�dchen. Im Rudel hat Tini zwar eine eher niedrige Position, aber sie kommt super damit zurecht. Sie liebt ihr Rudel und f�hlt sich sichtlich geborgen. Sie schl�ft bei mir im Bett und ist ein echter Kuschelhund. Wir arbeiten immer noch jeden Tag zusammen, jetzt aber sind wir an anderen Sachen dran: Agility, Dog Dancing und Unterordnung, und sie ist echt gut. Wir haben noch viel vor. Sie hat viel Spa�, und ich bin soooo stolz auf sie. Auf unseren Adventsmarkt hatten wir unseren ersten kleinen Auftritt und sie hat das super gemacht. Auch der Applaus hat Tini nicht aus der Ruhe gebracht. Im April haben wir Tag der offenen T�r, da steht unser n�chster Auftritt auf den Plan, im September ein DD-Turnier und Tini ist dabei . Sie ist eben mein Wunderhund!!

So viel Erfahrungen ich auch mit Hunden gehabt habe, Tini hat sie um einiges bereichert.Wenn man sie so selbstsicher �ber den Platz spazieren sieht, gibt es keinen Zweifel: Tini in unsere Familie aufzunehmen war mehr als die richtige Entscheidung.

Danke! Viele Gr��e!

PS: Das Turnier wird aufgezeichnet und ich schicke dann auch eine DVD zu Ihnen.

 

Renate Athanasiou Antwortbrief:

Liebe Frau Bozzo,

ich habe mich unendlich �ber Ihren Brief gefreut, den ich erst heute beantworten kann.Sie haben sich wirklich eine schwere Aufgabe gestellt, denn ich sehe �fter Myrte, Fotinis Schwester, die fast ebenso scheu und �ber�ngstlich ist. Leider kann man in einem Zwinger nicht allzu viel bewirken, denn dazu gibt es einfach keine Zeit. Ich habe mich mehrmals einfach zu ihr in den Zwinger gesetzt und ganz ruhig gewartet. Sie ist st�ndig hin -und hergelaufen aber nicht in meine N�he gekommen. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass - wenn ich nur langer warten k�nnte - Myrto ihren Weg zu mir finden w�rde. Nun Sie wissen es besser. Tiere, die in der Pr�gephase �berhaupt keinen Kontakt hatten, brauchen sehr lange um Vertrauen zu uns zu fassen. Ich w�nschte, es f�nde sich f�r diese arme Seele auch jemand wie Sie, der die erforderliche Geduld, einschl�gige Kenntnisse und den Mut hat, diesen Weg zu gehen, um auch dieser Kleinen aus ihrer Furcht zu befreien und ihr ein Leben in Freiheit und Liebe zu erm�glichen!

Ihr Brief war eines jener Schreiben, dass uns ( Vivi Iakovidis und mich ) zu Tr�nen r�hrte.Glauben Sie mir, es sind Tr�nen der Freude. L�ngst schon haben wir herausgefunden, dass es bei weitem nicht ausreichend ist, unseren Sch�tzlingen ein Dach �ber den Kopf und ausreichende Nahrung zu garantieren. Sie brauchen so viel mehr, vor allem Zuwendung und menschliche Kontakte und da hapert es bei uns und wahrscheinlich in allen Tierheimen sehr. Zu denken, dass die so �beraus scheue Fotini sogar Dog Dancing und noch dazu vor fremden Leuten macht, ist unglaublich. Sie haben ein Wunder vollbracht und darauf k�nnen Sie mit Recht Stolz sein. Wir sind Ihnen sehr dankbar daf�r!Ich freue mich jetzt schon, Fotini in Aktion zu sehen, wenn Sie so lieb sind, und mir eine DVD davon zuschicken.

Knuddeln Sie bitte die liebe kleine und Ihr ganzes Rudel von mir und seien Sie herzlich gegr��t von Renate Athanasiou.

 

Noch mehr zu Tini:

Obwohl Tini in der Pr�gephase und dar�ber hinaus keine Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte, ist sie nahezu ein ganz normaler Familienhund ( und sogar Sportlerhund ) geworden. Unter bestimmten Bedingungen, und gezielter Sp�tpr�gung, kann man einiges erreichen. Bestimmte Bedingungen hie� in diesen Fall: Kenntnisse �ber Hundekommunikation ( u.a. Beschwichtigungssignale ), geeignete Fl�che ( ruhiges Grundst�ck ), sich in winzig kleinen Schritten vorzuarbeiten, ein souver�nes Rudel, eine verst�ndnisvolle Umgebung (ich hab zum Bespiel, allen sich in Tinis Umgebung aufhaltenden Menschen um genaue Verhaltensweisen gegeben, um Fehler zu vermeiden ), positive Best�tigung ( Futter ) nur in Verbindung mit seinen Menschen, der Hund muss lernen, dass er abh�ngig von seinen Menschen ist, Geduld, Konsequenz und richtig viel Zeit ( ich bin ca. 20 Std. t�glich mit Tini zusammen, ca. 30 min. davon arbeiten Tini und ich intensiv miteinander) und ein enorm mutiger Hund und , und , und,.............

Man sieht schon, der bessere und wesendlich leichtere Weg ist: Pr�gefasen, wenn m�glich, unbedingt auszunutzen, um seinen Welpen rechtzeitig an seine Umwelt zu gew�hnen. So erspart man sich und seinem Hund eine menge Stress. In Tinis Fall ging es nicht anders, hat sich aber die M�he in vielerlei Hinsicht mehr als gelohnt.

Aber auch noch in zehn Jahren bleibt Tini der wildgeborene Hund, und sie wird diese Tatsache niemals ablegen.

Eins noch: Tini ist ein wild geborener “Hund” und kein Wildhund und auch kein Fuchs oder Wolf.

Das ist eine ganz andere Geschichte.

Im Juli 2004 nahmen wir vier Welpen auf, die an der M�lltonne in einem Kiste abgestellt w�rden. Drei H�ndinnen und einen R�den im Alter von ca. sechs bis acht Wochen. Tini war die j�ngste und rangniedrigste H�ndin im Rudel und �bernahm liebevoll die Babysitterrolle.Tinis Babysitter war ebenfalls die, zu dem Zeitpunkt, rangniedrigste H�ndin ( Lady ) im Rudel.

 

Tini als Ersatz Mami: "wo kommst du denn her, lass mal riechen?!"

 

Am 22.05.2005 hat Tini auf unserem Agility-Fun-Turnier in der Schwierigkeitsklasse A1 Mini den ersten Platz gemacht.

Am 2. 4. 2006 erreichte Tini auf dem JBAC Agility Turnier in der A1 / Mini den ersten Platz, Fehler frei!

Gratulation, Tini!

 

ZUR�CK



Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!